{"id":531,"date":"2010-06-17T17:14:23","date_gmt":"2010-06-17T15:14:23","guid":{"rendered":"http:\/\/audiovisual.at\/wp\/?p=531"},"modified":"2010-06-17T17:14:23","modified_gmt":"2010-06-17T15:14:23","slug":"digitale-filmrestaurierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.visualfx.at\/wp\/digitale-filmrestaurierung\/","title":{"rendered":"digitale Filmrestaurierung"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[lang_de]<\/p>\n<p>Es wird Zeit, dass ich ein bisschen \u00fcber das Projekt der digitalen Filmrestaurierung erz\u00e4hle:<\/p>\n<p>Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt von \u00d6sterreichischem Filmarchiv, \u00d6sterreichischem\u00a0 Filmmuseum und der \u00d6sterreichischen Filmgalerie in Krems.<br \/>\nIm wesentlichen umfasst es eine Produktionskette aus Arri Scanner, 2er Workstations (+Renderclients) mit der Restaurierungssoftware &#8220;Diamant&#8221; der Grazer Softwarefirma <a href=\"http:\/\/www.hs-art.com\/\" target=\"_blank\">&#8220;Hs-art&#8221; <\/a>und einem Arri Laser. Ich bin f\u00fcr die technische Betreuung der Ger\u00e4te, f\u00fcr Kommunikation mit den Partnern, Workflowoptimierung und teilweise als Restaurator zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Zuletzt habe ich f\u00fcr das \u00d6sterreichische Filmmuseum am Restaurierungsprojekt &#8220;Les Equilibristes Godayou&#8221;, einer wundersch\u00f6nen fr\u00fchen Path\u00e9 Produktionen aus dem Jahr 1911 gearbeitet. Hier wurden die Schwarzwei\u00dfaufnahme damals mittels Schablonen in m\u00fchevoller Handarbeit nachtr\u00e4glich eingef\u00e4rbt, ganz typisch und wundersch\u00f6n in den Path\u00e9farben Rosa, Gelb und Gr\u00fcn. \u00dcber einen Zeitraum von mehreren Monaten wurde dieser Film von Raoul Scmidt, Matteo Leopore und mir f\u00fcr das <a href=\"http:\/\/www.filmmuseum.at\" target=\"_blank\">\u00d6sterreichische Filmmuseum<\/a> restauriert.<br \/>\n(Ein Auszug aus dem Projekt folgt)<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"mouseover\" src=\"http:\/\/www.audiovisual.at\/bilder\/Godayou_Beispiel.jpg\" alt=\"\" width=\"504\" height=\"384\" oversrc=\"http:\/\/www.audiovisual.at\/bilder\/Godayou_Beispiel_o.jpg\" \/><br \/>\n(Copyright \u00d6sterreichisches Filmmuseum; Maus rollover f\u00fcr vorher \/ nachher)<\/p>\n<p><strong>Scanning:<\/strong><br \/>\nAllgemein stellt das Projekt eine ziemliche Herausforderung dar, das digitale Restaurierungswesen weltweit noch in einer fr\u00fchen Entwicklungsphase steckt. Es gibt zwar mittlerweile vor allem in digital intermediate Bereich relativ ausgereifte Vorgehensweisen, die seit einigen Jahren weltweit zum Einsatz kommen, aber im Archivwesen gibt es doch eigene Anforderungen und Problemstellungen, wo neue L\u00f6sungen gerade entwickelt werden. Vor allem war es auch f\u00fcr Arri, dem weltweiten Marktf\u00fchrer in Sachen Filmscanning und R\u00fcckbelkichtung digitaler Daten auf Film, ein Betreten von Neuland.\u2028\u2028Beispielsweise sind moderne\u00a0 Filmscanner auf neues Filmmaterial ausgelegt (haupts\u00e4chlich auf aktuelles Kameranegativ). Altes Filmmaterial kann jedoch sehr heikel sein, die Perforation kann geschrumpft sein, der Transport muss sanft von statten gehen. Hierzu kommt ein Filmtransport ohne Sprockets zum Einsatz, die Registrierung erfolgt nicht mehr \u00fcber einen mechanische nRegistrierpin, sondern auf optischem Weg und somit sehr schonend.<\/p>\n<p>Nicht immer ist ein Originalnegativ aufzutreiben, manchmal kann auch ein sehr dichtes Positiv die letzte erhaltene Kopie einer Aufnahme sein. Da st\u00f6\u00dft man auch mal an die Grenzen des M\u00f6glichen beim Scan (zumindest mit der verwendeten LED Technologie.\u2028\u2028Ein weiteres Entwicklungsgebiet ist jenes der Wetgates. Hierbei wird der vor allem durch Kratzer besch\u00e4digte Film durch ein Fl\u00fcssikeitsbad gezogen, das diese Schrammen auff\u00fcllen soll. Durch den sehr \u00e4hnlichen Brechungsindex der Fl\u00fcssigkeit kommt es zu einer deutlichen Verminderung von Schrammen und Sch\u00e4den an der Oberfl\u00e4che des Materials beim Scan. Schwierigkeiten dabei ergeben sich durch die Beschaffenheit des Materials (Klebestellen, Unebenheiten etc.) bei der Trocknung und nicht zuletzt durch die Fl\u00fcssigkeit selbst, da sie R\u00fcckst\u00e4nder hinterlassen kann oder wie im Fall vom h\u00e4ufig verwendeten &#8220;Perchlor&#8221; (&#8220;Tetrachlorethen&#8221; <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tetrachlorethen\" class=\"autohyperlink\">de.wikipedia.org\/wiki\/Tetrachlorethen<\/a>) das sehr gesundheitssch\u00e4dlich ist. Alternativ k\u00f6nnen auch eine von Kodika vertrieben Fl\u00fcssigkeit oder auf Alkohol basierende Fl\u00fcssigkeiten zum Einsatz kommen, die vom Brechungsindex \u00e4hnlich wie Film sind.<\/p>\n<p>Gescannt wird im .dpx Format (haupts\u00e4chlich mit 10bit, logarithmisch). Da wir letztendlich wieder auf Film ausbelichten empfiehlt sich im Gegensatz zu linearen Files das logarithmische Format. Es enspricht im wesentlichen besser den filmspezifischen Eigenschaften, d.h. wie der Film besitz dieses Format mehr Dynamik in den dunklen und Hellen Bereichen. Da das logarithmische Format nicht so einfach am Monitor darstellbar ist (Monitore sind im wesentlichen linear), muss man mit einer so genannten 3d Lut auf die entsprechenden linearen Werte transformieren.<\/p>\n<p><strong>Software:<\/strong><br \/>\nDie von Hs-art verwendete Software \u201eDiamant\u201c bietet eine Vielzahl von Tools speziell f\u00fcr die Bearbeitung von besch\u00e4digtem Archivmaterial ausgelegt ist. Die M\u00f6glichkeiten reichen von ganz- und halbautomatisierten Filtern, bei denen man mit den richtigen Parametern relativ schnell arbeiten kann, bis hin zur sehr zeitintensiven aber genauen manuellen Bildretouche. Arbeitsschritte umfassen Deflickering (Ausgleichen von Helligkeitsschwankungen), Stabilisierung, Entfernung von Schmutz und Kratzern (dust), bis hin zur besagten Einzelbildretouche mit dem so genannte &#8220;Dustbuster&#8221; Modul. Dustbuster bietet nicht nur Funktionen, die dem &#8220;Clone Tool&#8221; in Photoshop entsprechen, sondern ist auch flexibler in der Zeitebene und bietet auch halbautomatisierte Retouche Tools, bei denen man nur die besch\u00e4digte Region markiert und den Rest \u00fcbernimmt die Software.<\/p>\n<p><strong>Ausbelichtung:<\/strong><br \/>\nHier kommt der Arri Laser zum Einsatz, der mittlerweile weltweit im Bereich der Filmausbelichtung zu so etwas wie einem Standard geworden ist. Wir haben uns f\u00fcr die zwar etwas langsamere, aber qualitativ hochwertigste Variante mit einer Aufl\u00f6sung von 4k entschieden. &#8220;Normale&#8221; Laser etwa im Laborbereich f\u00fcr Kinofilme arbeiten haupts\u00e4chlich mit 2k und h\u00f6heren Geschwindigkeiten. Da im Restaurierungsbereich der Zeitfaktor eine andere Rolle spielt wie im Markt- und Auftragsorientierten Laborwesen war uns Qualit\u00e4t wichtiger als Schnelligkeit beim Ausbelichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/lang_de]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><\/span><\/p>\n<p>[lang_en]<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">sorry, this article is not available in english<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es wird Zeit, dass ich ein bisschen \u00fcber das Projekt der digitalen Filmrestaurierung erz\u00e4hle:<\/p>\n<p>Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt von \u00d6sterreichischem  Filmarchiv, \u00d6sterreichischem\u00a0 Filmmuseum und der \u00d6sterreichischen  Filmgalerie in Krems.<br \/>\nIm wesentlichen umfasst es eine Produktionskette aus Arri Scanner, 2er  Workstations (+Renderclients) mit der Restaurierungssoftware &#8220;Diamant&#8221;  der Grazer Softwarefirma <a href=\"http:\/\/www.hs-art.com\/\" target=\"_blank\">&#8220;Hs-art&#8221; <\/a>und  einem Arri Laser. Ich bin f\u00fcr die technische Betreuung der Ger\u00e4te, f\u00fcr  Kommunikation mit den Partnern, Workflowoptimierung und teilweise als  Restaurator zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Zuletzt habe ich f\u00fcr das \u00d6sterreichische Filmmuseum am  Restaurierungsprojekt &#8220;Les Equilibristes Godayou&#8221;, einer wundersch\u00f6nen  fr\u00fchen Path\u00e9 Produktionen aus dem Jahr 1911 gearbeitet. Hier wurden die  Schwarzwei\u00dfaufnahme damals mittels Schablonen in m\u00fchevoller Handarbeit  nachtr\u00e4glich eingef\u00e4rbt, ganz typisch und wundersch\u00f6n in den Path\u00e9farben  Rosa, Gelb und Gr\u00fcn. \u00dcber einen Zeitraum von mehreren Monaten wurde  dieser Film von Raoul Scmidt, Matteo Leopore und mir f\u00fcr das <a href=\"http:\/\/www.filmmuseum.at\" target=\"_blank\">\u00d6sterreichische Filmmuseum<\/a> restauriert.<br \/>\n(Ein Auszug aus dem Projekt folgt)<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.audiovisual.at\/bilder\/Godayou_Beispiel.jpg\" alt=\"\" width=\"504\" height=\"384\" \/><br \/>\n(Copyright \u00d6sterreichisches Filmmuseum; Maus rollover f\u00fcr vorher \/ nachher)<\/p>\n<p><strong>Scanning:<\/strong><br \/>\nAllgemein stellt das Projekt eine ziemliche Herausforderung dar, das  digitale Restaurierungswesen weltweit noch in einer fr\u00fchen  Entwicklungsphase steckt. Es gibt zwar mittlerweile vor allem in digital  intermediate Bereich relativ ausgereifte Vorgehensweisen, die seit  einigen Jahren weltweit zum Einsatz kommen, aber im Archivwesen gibt es  doch eigene Anforderungen und Problemstellungen, wo neue L\u00f6sungen gerade  entwickelt werden. Vor allem war es auch f\u00fcr Arri, dem weltweiten  Marktf\u00fchrer in Sachen Filmscanning und R\u00fcckbelkichtung digitaler Daten  auf Film, ein Betreten von Neuland.\u2028\u2028Beispielsweise sind moderne\u00a0  Filmscanner auf neues Filmmaterial ausgelegt (haupts\u00e4chlich auf  aktuelles Kameranegativ). Altes Filmmaterial kann jedoch sehr heikel  sein, die Perforation kann geschrumpft sein, der Transport muss sanft  von statten gehen. Hierzu kommt ein Filmtransport ohne Sprockets zum  Einsatz, die Registrierung erfolgt nicht mehr \u00fcber einen mechanische  nRegistrierpin, sondern auf optischem Weg und somit sehr schonend.<\/p>\n<p>Nicht immer ist ein Originalnegativ aufzutreiben, manchmal kann auch  ein sehr dichtes Positiv die letzte erhaltene Kopie einer Aufnahme sein.  Da st\u00f6\u00dft man auch mal an die Grenzen des M\u00f6glichen beim Scan (zumindest  mit der verwendeten LED Technologie.\u2028\u2028Ein weiteres Entwicklungsgebiet  ist jenes der Wetgates. Hierbei wird der vor allem durch Kratzer  besch\u00e4digte Film durch ein Fl\u00fcssikeitsbad gezogen, das diese Schrammen  auff\u00fcllen soll. Durch den sehr \u00e4hnlichen Brechungsindex der Fl\u00fcssigkeit  kommt es zu einer deutlichen Verminderung von Schrammen und Sch\u00e4den an  der Oberfl\u00e4che des Materials beim Scan. Schwierigkeiten dabei ergeben  sich durch die Beschaffenheit des Materials (Klebestellen, Unebenheiten  etc.) bei der Trocknung und nicht zuletzt durch die Fl\u00fcssigkeit selbst,  da sie R\u00fcckst\u00e4nder hinterlassen kann oder wie im Fall vom h\u00e4ufig  verwendeten &#8220;Perchlor&#8221; (&#8220;Tetrachlorethen&#8221;  <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tetrachlorethen\" class=\"autohyperlink\">de.wikipedia.org\/wiki\/Tetrachlorethen<\/a>) das sehr  gesundheitssch\u00e4dlich ist. Alternativ k\u00f6nnen auch eine von Kodika  vertrieben Fl\u00fcssigkeit oder auf Alkohol basierende Fl\u00fcssigkeiten zum  Einsatz kommen, die vom Brechungsindex \u00e4hnlich wie Film sind.<\/p>\n<p>Gescannt wird im .dpx Format (haupts\u00e4chlich mit 10bit,  logarithmisch). Da wir letztendlich wieder auf Film ausbelichten  empfiehlt sich im Gegensatz zu linearen Files das logarithmische Format.  Es enspricht im wesentlichen besser den filmspezifischen Eigenschaften,  d.h. wie der Film besitz dieses Format mehr Dynamik in den dunklen und  Hellen Bereichen. Da das logarithmische Format nicht so einfach am  Monitor darstellbar ist (Monitore sind im wesentlichen linear), muss man  mit einer so genannten 3d Lut auf die entsprechenden linearen Werte  transformieren.<\/p>\n<p><strong>Software:<\/strong><br \/>\nDie von Hs-art verwendete Software \u201eDiamant\u201c bietet eine Vielzahl von  Tools speziell f\u00fcr die Bearbeitung von besch\u00e4digtem Archivmaterial  ausgelegt ist. Die M\u00f6glichkeiten reichen von ganz- und  halbautomatisierten Filtern, bei denen man mit den richtigen Parametern  relativ schnell arbeiten kann, bis hin zur sehr zeitintensiven aber  genauen manuellen Bildretouche. Arbeitsschritte umfassen Deflickering  (Ausgleichen von Helligkeitsschwankungen), Stabilisierung, Entfernung  von Schmutz und Kratzern (dust), bis hin zur besagten Einzelbildretouche  mit dem so genannte &#8220;Dustbuster&#8221; Modul. Dustbuster bietet nicht nur  Funktionen, die dem &#8220;Clone Tool&#8221; in Photoshop entsprechen, sondern ist  auch flexibler in der Zeitebene und bietet auch halbautomatisierte  Retouche Tools, bei denen man nur die besch\u00e4digte Region markiert und  den Rest \u00fcbernimmt die Software.<\/p>\n<p><strong>Ausbelichtung:<\/strong><br \/>\nHier kommt der Arri Laser zum Einsatz, der mittlerweile weltweit im  Bereich der Filmausbelichtung zu so etwas wie einem Standard geworden  ist. 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